Theater Neu-Ulm

Willkommen in Neu-Ulms einzig{artig}er Profi-Bühne - "Die Eule und das Kätzchen", Komödie von Wilton Manhoff

Deutsch von Christian Wölffer

Premiere im Mai 2002
das Kätzchen Doris Claudia Riese
die Eule Felix Heinz Koch
Regie Harry O'Too
Bühne und Kostüme Claudia Riese


Zum Stück:

Diese Broadway-Komödie mit Pfiff wurde schon in allen Boulevardtheatern mit Riesenerfolg gespielt. Und die Verfilmung mit Barbra Streisand und George Segal wurde zu einem absoluten Kinohit.

"Die Eule" Felix, ein introvertierter Intellektueller, mit einem unerschütterlichen Weltbild, das auf den Säulen Logik, Prinzipien, Ordnung und Mäßigkeit in der emotionalen Haushaltsführung beruht, ein engagierter Tipper an der Schreibmaschine, der sich als Schriftsteller versteht, fleißig Manuskripte verschickt, aber von den Verlagen immer Absagen erhält, wird eines Nachts von dem frechen "Kätzchen" Doris, in seiner Wohnung aufgesucht. Doris wurde gerade die Wohnung fristlos gekündigt, weil Felix beim Hausverwalter ihr ruheloses und lautes Benehmen monierte, das ihn permanent beim Romaneschreiben den Faden verlieren läßt und ihn ständig zwingt, sie mit dem Feldstecher in der gegenüberliegenden Wohnung bei ihren amourösen Abenteuern zu beobachten.

Logik und Intellekt gegen Gefühl und Instinkt - dieses Thema wird hier auf sehr humorvolle Art verpackt dargestellt und zeigt, daß diese Gegensätze gar nicht so unüberwindlich sind. Was folgt, ist - neben einem pointierten und schnellen Dialog - auch die Entwicklung zweier Menschen hin zur Wahrheit und Ehrlichkeit.



Premiere / "Die Eule und das Kätzchen" im Theater Neu-Ulm

Horizont trifft auf horizontal

Die eine hat mehr Sex als Bildung, der andere mehr Bildung als Sex. In der Komödie "Die Eule und das Kätzchen", die im Theater Neu-Ulm aufgeführt wird, überrumpelt ein emotionsgeladenes Flittchen einen gefühlsmäßig ausgetrockneten Dichter. Turbulente Annäherungsversuche.

CHRISTINA MAYER

Frischer Wind ist ihm suspekt, Gefühl ebenso. Und die schrille Tussi, die ihn ungebeten in seiner verstaubten Dichterklause überfällt, will er am liebsten gleich wieder vor die Türe setzen. Dieser rasante Überfall ist die Ausgangssituation in der Komödie "Die Eule und das Kätzchen", die im Theater Neu-Ulm Premiere hatte. Doch das Kätzchen Doris (Claudia Riese) lässt sich nicht vertreiben und die Eule Felix (Heinz Koch) riskiert auch mal ein Auge auf die weiblichen Attraktionen außerhalb der Schriftstellerei.

In der spritzigen Komödie poltert Claudia Riese mit Sack und Pack in das Leben des gefühlsmäßig etwas eingestaubten Möchtegernschriftstellers, der vor allem eines haben will: seine Ruhe. Doch die bekommt er von Doris ganz und gar nicht. Denn Doris redet viel und ohne Luftzuholen, verstreut ihre Klamotten über die ganze Wohnung und ist auch sonst ziemlich einnehmend. "Also ich für meinen Teil bin total verliebt in Dich", schnurrt das Flittchen Doris und zeigt ihre Samtpfoten. Der unglückliche Felix antwortet auf die amourösen Annäherungen mit Erziehungsversuchen. Er fühlt sich dazu berufen, der intellektuell etwas unterbelichteten Doris "neue Wörter" seiner Intellektuellensprache beizubringen. "Platonisch" zum Beispiel. Aber mit "platonisch" hat Doris nichts im Sinn, und natürlich erliegt Felix den penetranten Avancen, die variantenreich und aufreizend auf seinen Schoß springen.

Claudia Riese hat tief in den Kleiderfundus gegriffen und knallenge Hotpants, heiße Dessous und eine schrille Musterkollektion an Schuhwerk zutage gefördert. Mal stakst sie auf brikettdicken Plateausohlen vor Felix Nase herum, mal schmeißt sie sich barfuss im Babydoll an seinen Hals, dann versucht sie ihm im braven Kleid mit Riemensandalen zu gefallen. Je nach Laune zeigt sie Krallen oder Kuschelfell, kaut nervös an den Zöpfen ihrer Perücke oder rast wie eine Furie durch Felix Zimmer, das so fantasielos wirkt wie seine Geisteshaltung.

Auf der Bühne im Studio des Theaters gruppieren sich Papierkorb, Papierablage und gebundenes Papier zum miefigen Zuhause eines Papiertigers. Heinz Koch spielt unter der Regie von Harry Too den introvertierten, nicht ganz lebenstüchtigen Tugendwächter mit der Zurückhaltung eines dicken Katers, während Claudia Riese alle schrillen Register ziehen darf und schier überschnappt, wenn sie wütend ist. Felix würde der Dame des horizontalen Gewerbes zu gerne klar machen, dass Horizont nicht nur waagerecht zu verstehen ist, aber Katzen lassen sich nicht verbiegen. Und so nähert man sich schrittweise an und findet in einem etwas überzuckerten Happy End den gemeinsamen Lebensweg.

Eine pointenreiche Komödie, die Dank der quirligen Schauspielerin und der witzigen Dialoge gut unterhält.

Südwest Presse, 21. Mai 2002



Die Schwäbische Zeitung schreibt u.a.:

"Dass sich am Ende beide kriegen und dazu noch den Weg der Wahrheit beschreiten, wirkt typisch amerikanisch. Doch dieser luftig-leichten Sommerkomödie tut dies keinen Abbruch. Schließlich will sie vor allem eins: angenehm unterhalten. Und das gelingt ihr durchaus."



Und in der Neu-Ulmer Zeitung war u. a. zu lesen:

"Mit Rastazöpfchen und superengen Hotpants projiziert Claudia Riese ihr kratzbürstiges Kätzchen in schrillen Farben an die Wand, während Heinz Koch als ruhender Pol fungiert. Beide Akteure zeigen übrigens in der freizügigen, aber nicht schlüpfrigen Inszenierung viel Haut. Dass beide Mimen für die Idealbesetzung ihrer Rollen um das eine oder andere Jahr zu spät dran sind, kommt der Adaption letztlich zu gute. In der süßesten Szene plant das ungleiche Paar seinen gemeinsamen Freitod. Hand in Hand. Der naive Charakter dieser finalen Sequenz wird durch das fortgeschrittene Alter von Romeo & Julia verstärkt. Ja, man ist geradezu gerührt. Zum shakespearschen Abgang kommt es nicht, das wäre fürs Happy End fatal."



"Man sollte ein Theater nicht leiten, wenn man von Gewinnsucht und Geiz getrieben ist."
                                        (Dieter "Didi" Hallervorden)

Dem stimmen wir absolut, ohne Abstrich zu. Wir machen Theater mit intrinsischer Motivation, Leidenschaft und Herzblut. Der Zweck der Existenz (ZDE) des Theater Neu-Ulm: künstlerischer Hotspot sein, mitten in der Stadt, fürs Publikum.

Unser oberstes Ziel ("Wildly Important Goal"): Menschen, die ins Theater kommen, fabelhaft unterhalten, mit spannenden und vergnüglichen Stücken.

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